2013 Domina Kabinett trocken Escherndorfer Fürstenberg

Weingut Andreas Braun, Volkach

Das Weingut Andreas Braun bewirtschaftet 10 Hektar Rebflächen in den bekannten Volkacher Lagen Ratsherr und Kirchberg, im Dettelbacher Honigberg und in den Escherndorfer Paradelagen Lump und Fürstenberg. Die beeindruckende Vielfalt an roten Rebsorten beinhaltet neben Dornfelder, Spätburgunder, Frühburgunder, Portugieser, Schwarzriesling, Regent und Cabernet Dorsa selbstverständlich auch den roten Frankenklassiker schlechthin: die Dominarebe.

www.frankenweinliebhaber.deDie 1927 von Peter Morio aus den Elternsorten Blauer Portugieser und Spätburgunder gekreuzte Sorte ist mit 337 Hektar Rebfläche die klare Nummer 1 unter den roten Sorten im Anbaugebiet Franken. So verwundert es kaum, dass annähernd jeder dritte rote Rebstock in Franken Domina ist.

Die Trauben für den 2013er Domina Kabinett sind in der bekannten Lage „Escherndorfer Fürstenberg“ gewachsen. Im Glas präsentiert er sich mit einem glänzenden Granatrot. Auch wenn die Rebsorte Domina nicht unbedingt für ihr südländisch geprägtes Aromenprofil bekannt ist, so möchte ich es dennoch nicht versäumen auf die nördliche Seele des 2013er Kabinetts von Andreas Braun hinzuweisen. Das Duftspektrum bewegt sich vor allem im rot- bis dunkelbeerigen Bereich ohne die geringsten Anklänge von Überreife. Meine Nase nimmt eine feine Sauerkirschnote wahr. Auch Holunderbeeren und ein Hauch Schlehe sind beigemischt. Die ausgesprochen kühle, herbe Duftaromatik lässt auch am Gaumen keinen heißblütigen, feurigen Wein erwarten.

Im Geschmack dominiert, noch vor der Wahrnehmung der geschliffenen, feinkörnigen Tannine vor allem eines: die herrliche, dem Wein Frische verleihende, von einer äußerst saftigen Sauerkirschfrucht begleitete, Säure. Hat man den Wein hinuntergeschluckt, so kommt im Nachhall, neben schönen Würznoten, ein zartes Bitterle zum Tragen. Ganz so als ob man an einem Bleistift geleckt oder eine skandinavische Salmiakpastille gelutscht hätte. Die gesamte Anmutung des Weines ist von vornehmer Zurückhalung und kühler Eleganz geprägt. Mein Kurz-Fazit lautet: Herbe Frucht begleitet von zarter Würze und frischer Säureader. Wäre unsere Domina ein Leichtathlet, dann eher vom Typ sehniger Hochspringer als massiger Kugelstoßer.

Ganz ausgezeichnet begleitet der Wein übrigens Gerichte der nordafrikanischen Küche: z.B. ein Gemüse-Cous-Cous mit Falafel.

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