2017 Bacchus Qualitätswein Wiesenbronner Wachhügel

Weingut Hüßner, Wiesenbronn

Weine der Rebsorte Bacchus habe ich Ihnen schon des öfteren versucht, ans Herz zu legen, eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber dieser dritthäufigsten unter den 2017-wachhuegel-bacchus-qba-lieblich-BBweißen Rebsorten Frankens voraussetzend. Manche Weintrinker können dieser aromaintensiven Kreuzung der Elternsorten (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau wenig abgewinnen: Zu plump, zu penetrant in der Aromatik, zu wenig Spiel am Gaumen lauten gängige Negativurteile. Und das ist ein Stück weit durchaus nachvollziehbar. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Schließlich mag auch nicht jeder Blauschimmelkäse ob seiner ausgeprägten Aromatik.

Ist man aber ausgeprägter Frucht und duftigen, geradezu blumigen Aromen gegenüber nicht abgeneigt, so gibt es neben Muskateller, Gewürztraminer und Scheurebe kaum eine bessere Rebsorte als den Bacchus.

Gefühlt, werden 90 % der Bacchus-Weine halbtrocken ausgebaut und scheinen vornehmlich der Verzückung weiblicher Weinfest-Besucher zu dienen. In ganz seltenen Fällen trauen sich Winzer an eine trockene Version. Auch in der Version eines lieblichen Qualitätsweines findet man ihn eher selten. Um letzteren handelt es sich bei unserem 2017er Bacchus vom Weingut Hüßner aus Wiesenbronn.

So stelle ich mir einen fabelhaften Sommer- und Terrassenwein vor: fruchtig, leicht und beschwingt. Der allererste Naseneindruck ist von Frische geprägt. Tonic-Water und Gurke waren meine spontanen Assoziationen. Aber dann kommt sogleich die typische traubige Bacchus-Frucht zum Vorschein: Man hat das saftige, traubig-würzig duftende Fruchtfleisch quasi vor Augen. So als ob man eine reife Beere zwischen den Fingern zerquetscht. Aber auch florale Anklänge schwingen mit, vor allem Holunderblüte.

Am Gaumen kommt dann Trinkfreude pur auf. Die Balance von Restsüße und Säure ist wunderbar gelungen. Einerseits ist die Säure ausgeprägt genug, um die 20 g/l Restzucker auszubalancieren, andererseits ist sie harmonisch und reif genug, um den Wein „süffig“ zu machen. Abseits von sämtlichen analytischen Daten ist der Wein harmonisch, fruchtbetont und rund, sprich bestens balanciert. Abschließend fällt mir dazu noch ein bei Connaisseuren und Snobs verpöntes Wort ein. Der Wein ist einfach nur LECKER.