2018 Domina Qualitätswein halbtrocken

Winzerhof Schick, Zeil am Main

Eine Bemerkung vorweg: Lassen Sie sich bitte nicht durch die Bezeichnung „halbtrocken“ abschrecken oder irritieren. Ja, dieser Vertreter aus der fränkischen Hauptsorte für Rotweine hat ein paar Gramm Restzucker. Um genau zu sein, acht. Das ist 2018-domina-schlegelimmer noch ein Gramm weniger, als es das Weingesetz für die Bezeichnung trocken erlaubt. Da das Ganze aber immer in Abhängigkeit zur Säure gilt – die Formel lautet Säure in g/l +2 = max. Restzuckergehalt in g/l – darf unser „Wein der Woche“ nicht die Bezeichnung „trocken“ tragen. Die absolute Grenze für trockene Weine, unabhängig von der Säure, liegt bei 9 g/l Restzucker.

Die 2018er Domina vom Winzerhof Schick hat 5g/l Säure, das heißt, nach obiger Formel dürfte er maximal 7 g/l Restzucker aufweisen, um sich trocken zu nennen. Wir liegen also genau ein Gramm über der Grenze. Deshalb schmeckt der Wein aber noch lange nicht halbtrocken. Wir haben es mit einem Wein zu tun, welcher sensorisch noch weitgehend trocken schmeckt, aber eben nicht knochentrocken. So viel zur besseren Einordnung des Weines. Doch was hat er visuell, olfaktorisch und geschmacklich zu bieten?

Im Glas präsentiert er sich in strahlend klarem, mittleren Purpurrot. Die Nase ist ganz auf der fruchtigen Seite und betört in erster Linie durch mannigfaltige Kirscharomen: getrocknete Kirschen, Kirsch-Gelee, Kirsch-Joghurt und Kaubonbons, um ein paar zu benennen. Das hat in seiner hedonistischen Fruchtigkeit schon fast etwas von einem guten Beaujolais. Der Wein ist mit Sicherheit im Stahltank ausgebaut, ohne jeglichen Einfluss vom Holzfass.

Am Gaumen bleibt er trotz seiner 13% Vol. Alkohol auf der trinkigen und mittelkräftigen Seite. Der Wein gleitet seidenweich über die Zunge. Die Tannine sind ultrafein und poliert. Im Zusammenspiel mit der eleganten Säure und einer kaum spürbaren Bitterkomponente (Lakritze) stellt sich eine wunderbare „Süffigkeit“ ein. Diese wird durch die dezente Restsüße noch zusätzlich unterstützt, da die Frucht nochmals betont wird. Auch am Gaumen schlägt die Kirsche voll durch. Allerdings um feine Gewürznoten ergänzt. Erinnert mich sogar etwas an die leckeren Glühweinbonbons vom Weihnachtsmarkt. Das ist durchaus als Kompliment gemeint.

Ein herrlicher Rotwein zum Schöppeln. Fruchtig, aber nicht süß. Kein Leichtgewicht, aber auch nicht zu konzentriert. Harmonisch, aber nicht langweilig.