9. Fränkische Feinschmeckermesse in Iphofen

Das Land – Der Wein – Die Küche

Am Wochenende 12. + 13. März 2016 dreht sich in Iphofen bereits zum neunten Mal alles rund ums Thema fränkische Feinkost. Die Fränkische Feinschmeckermesse lädt zum Probieren und Kaufen von hochwertigen fränkischen Produkten, Iphöfer Weinen und Gerichten der Iphöfer Wirte ein. Die Messe belegt, welch große Rolle die Gedanken „Was essen wir und wo kommt es her? Wer stellt die Lebensmittel her, die wir so gerne und genussvoll verzehren?“ für bewusste Genießer spielen. Ernährung ist mehr als ein gefüllter Magen. Bewusst leben – bewusst essen – bewusst genießen!
Iphofen-Feinschmeckermesse---stefan-ernst-1Die Stationen verteilen sich gemäß dem Motto „ Das Land – Der Wein – Die Küche“ auf die Karl-Knauf-Halle, die Vinothek und die Wirte Iphofens.
In der Karl-Knauf-Halle präsentiert die Weinstadt Iphofen ein Wochenende lang die besten Feinkostlieferanten der Region und erfüllt den Wunsch nach hochwertigen, frischen und regionalen Nahrungsmitteln. Das erweiterte Platzangebot macht den Messebesuch noch entspannter und bietet mehr Raum zum Verweilen an den Messeständen. Die Gelegenheit, sich bei den über 30 kompetenten Direktvermarktern aus der Region zu informieren und die ausgezeichnete Qualität der Produkte zu verkosten, ist einmalig, ebenso wie die Gelegenheit, die gesamte Vielfalt fränkischer Feinkost käuflich zu erwerben. Passend zur Messe kreieren die bisherigen Direktvermarkter leckere Produktneuheiten. Ein Wechsel bei den Ausstellern, wie beispielsweise beim Honig, sowie neue Aussteller, darunter auch der einzige Safrananbieter Frankens, Honigschätze und der Mainfranken-Mohnhof, machen das Angebot noch vielfältiger. Die Produktkreationen werden immer feiner, spezialisierter und zeitgemäßer. So kommt der Frühling auf den Tisch!
Auch die Iphöfer Winzer sind persönlich mit einem Gemeinschaftsstand in der Karl-Knauf-Halle vertreten.
Die Genussvereinigung Slow Food bietet spannende Geschmackserlebnisse an zu Themen wie „Exkursion zum Alten fränkischen Satz – Geschichte, Anbau, Verkostung“ oder „Fränkische Streuobstwiesen – ihre Bedeutung für unsere Kulturlandschaft mit einer Vergleichsverkostung sortenreiner Säfte“. Zusammen mit den kleinen und großen Kindern werden Bagges mit Apfelmus gekocht. Der Bayerische Bauernverband zeigt in Kochvorführungen und Kostproben die „Lieblingsrezepte der Landfrauen“. Unter dem Motto „Auf die Sinne fertig los …Komm auf den Geschmack“ wird beim Stand des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Funktionstüchtigkeit der fünf Sinne erprobt und geschult. Als Belohnung gibt es einen Feinschmeckerpass.
Die Moderatoren Irina Hanft und Jürgen Gläser vom Bayerischen Rundfunk stellen auf der Showbühne die Aussteller und ihre Produkte noch genauer vor.
„Best of Scheurebe“ heißt es anlässlich des 100. Geburtstages der Scheurebe in der Vinothek. Ein kleiner Spaziergang von der Karl-Knauf-Halle zum Kirchplatz führt zu den Weinen von über 20 Weingütern Iphofens.
Die Wirte und Köche Iphofens laden an diesem Wochenende zu einem ganz besonderen Gaumenschmaus ein und verwöhnen den Feinschmecker-Gast mit frischen und ursprünglichen Gerichten und Menüs.
Ergänzend zum Angebot der Direktvermarkter, Wirte und Winzer runden Kompetenzteams das Erlebnis mit Informationen, Wissenswertem und Unterhaltsamen ab. Und wer die leckeren Weine nicht auf der Messe probieren kann, hat die Möglichkeit diese auf Frankenweinliebhaber preiswert zu erwerben.

Informationen: Tourist Information Iphofen, Kirchplatz 1, 97346 Iphofen, Tel. 09323-870306, Fax 870308, Email tourist@iphofen.de, http://www.iphofen.de
Foto: Stefan Ernst

2013 Portugieser trocken „BF“- Erlenbacher Hochberg

Weingut A. Waigand, Erlenbach

Heute haben wir es mit einem wahren Kleinod zu tun. Mit gerade einmal 1,8 Hektar Betriebsgröße reiht sich das Weingut Weigand sicherlich unter den kleinsten Vollerwerbswinzern des gesamten Anbaugebietes ein. Allerdings liegt die gesamte bewirtschaftete Rebfläche in Form von Querterrassen in der steilen, optisch von den so typischen, roten Buntsandsteinmauern dominierten Lage „Erlenbacher Hochberg“. Die Weine sind geschmacklich genauso wie die Kreszenzen aus der direkt angrenzenden, berühmten Lage „Klingenberger Schlossberg“ von den roten Buntsandsteinböden geprägt. Es muss wohl nicht weiter erwähnt werden, dass die Bewirtschaftung solch einmaliger Weinbergslagen und damit verbunden der Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft höchsten Idealismus erfordert.

2013-portugieser-bf-trockenFamilie Waigand schenkt, was mich sehr freut, einer weithin unterschätzten, klassischen Rebsorte verstärkt Ihre Aufmerksamkeit: dem Portugieser.
Ein großes Plus liegt in der Tatsache begründet, dass man über sehr alten Rebbestand verfügt, wurde doch ein Teil der Portugieserstöcke bereits 1964 gepflanzt. Beste Voraussetzungen also für einen qualitativ hochstehenden Wein.

Meine durchaus hohen Erwartungen beim Verkosten wurden auch mehr als erfüllt. Eines möchte ich an dieser Stelle dennoch vorausschicken: Ein Wunder an Konzentration sollten Sie nicht erwarten. Bei aller Klasse und Qualität handelt es sich dennoch um einen Rotwein mittleren Körpers. Schon das durchscheinende, eher helle Granatrot deutet auf nicht allzu hohe Konzentration hin.

Aber was für eine Feinheit der Aromen im Gegenzug! Das ist burgunderhafte Eleganz par excellence. Feinste rot- und dunkelbeerige Fruchtnoten (Sauerkirsche, Schlehe) umgarnen die Nase beim Riechen. Der behutsame und sehr gekonnte teilweise Ausbau im Barriquefass verleiht dem 2013er Portugieser „BF“ von Familie Waigand zusätzliche Komplexität. Zarte Gewürzanklänge (Pfeffer, Lorbeer) ergänzen die fruchtigen Noten. Etwas Räucherspeck und ein Hauch Sattelleder gesellen sich mit Belüftung und steigender Temperatur im Glas hinzu.

Am Gaumen wirkt der Wein zart und filigran. Die Gerbstoffe sind feinpoliert und bilden zusammen mit der Frische und Trinkfluss verleihenden Säure ein stützendes Korsett. Es bleibt aber noch genügend Platz auf der Bühne, so dass die fruchtigen Sauerkirschnoten aus der Nase geschmacklich zum Tragen kommen können. Besonders bemerkenswert finde ich die geniale, sehr subtile Röstaromatik des Weines, welche sich nicht aufdrängt, sondern erst im Nachhall in Erscheinung tritt. Finesse ist hier eindeutig Trumpf. Und das ist auch gut so. Bravo.