2012 Domina Spätlese trocken-Volkacher Ratsherr

Weingut Walter Erhard, Volkach

Walter Erhard hat klare Vorstellungen von seinen Weinen und Ihrer Qualität. Allerdings war es ein langer Weg diese auch vollständig umzusetzten. Als er den Betrieb im Jahre 1990 von seinen Eltern übernahm, handelte es sich um einen klassischen, landwirtschaftlichen Mischbetrieb. Sein oberstes Ziel war es ein florierendes, selbstvermarktendes Weingut aufzubauen.

2012-domina-spaet-trocken-BBMit 7,5 Hektar Weinbergsfläche in den bekannten Lagen Escherndorfer Lump und Volkacher Ratsherr, der langjährigen Mitgliedschaft in der Winzervereinigung Frank&Frei und zahlreichen Preisen und Auszeichnungen (Bayerischer Staatsehrenpreis, 1. Platz Internationaler Müller-Thurgau-Preis, 2 Trauben Gault Millau etc.) kann dieses Unterfangen wohl als gelungen bezeichnet werden.

Die „2012er Domina Spätlese trocken“ läuft als teuerster Rotwein im dreigliedrigen Sortiment (Neues Franken, Klassisches Franken, Großes Franken) unter der Kategorie „Großes Franken“. Auf der Hompage heißt es: „Hinter diesen Weinen steckt die ganze Philosophie und Leidenschaft von Walter“ und „nur Trauben aus den Filetstücken des Volkacher Ratsherr und des Eschendorfer Lump eignen sich dafür“.
Durchaus vielversprechende Worte, welche aber auch erst einmal eingelöst sein wollen. Die Wahrheit liegt wie immer im Glas!

Die fränkische Rotweinsorte Nummer Eins in den Händen eines sehr guten Winzers und noch dazu aus einem Top-Jahrgang als trockene Spätlese. Meine Vorfreude auf den Inhalt der bauchigen Flasche war geweckt. Und wurde keineswegs enttäuscht. Der Wein ist sehr präzise und sehr sortentypisch.

Im Glas präsentiert er sich mit funkelnder, kirschroter Farbe. Besonders gut gefällt mir an der Nase die Balance zwischen reifer Frucht und balsamischer Würze.
Die fruchtige Seite wird von kirschigen und pflaumigen Noten repräsentiert. Für Spannung sorgen die (holz)würzigen, an Piment und Wacholder erinnernden Noten. Auch mein heißgeliebter, für die Sorte typischer Rote-Beete-Ton fehlt nicht.

Am Gaumen präsentiert sich die Erhard’sche Domina ungemein elegant mit polierten Tanninen und feinstem Säurenerv. Der Wein gleitet über die Zunge und begeistert mit seiner Frische und Transparenz. Kühl, mit fast schon seidiger Eleganz fließt er über die Zunge. Dank einer sehr feinfühligen Extraktion finden sich Nachhall auch keine Bittertöne, die manchmal, sofern sie zu sehr ausgeprägt sind, eher störend wirken. Das ist ganz klar fränkische Domina-Championsleague. Der Wein lässt sich zwar wunderbar solo trinken, aber der Genuss wird in meinen Augen durch ein passendes Essen nochmals gesteigert. Besonders gerne in Kombination mit Wild aus heimischer Jagd.

2012 Merlot trocken Seinsheimer Hohenbühl – Ein Fränkischer Exot

Weingut Emmerich, Iphofen

Nachdem ich bereits im Juli letzten Jahres einen Merlot aus dem Frankenland vorgestellt hatte, kann man nicht von eine Premiere für diese in unseren Breitengraden recht exotische Rebsorte sprechen. Gerade einmal 8 Hektar werden von dem Reben-Global-Player in Franken kultiviert.

Aber ein anderer, wie ich finde, sehr bemerkenswerter Umstand trägt dafür sehr wohl zu einem Novum bei. Ob Sie es glauben oder nicht, dies ist der erste Wein nach über 70 Verkostungen, welcher mit einem Naturkorken verschlossen ist. Dies sagt sehr, sehr viel über die mittlerweile erreichte Marktakzeptanz des Schraubverschlusses aus. Das Weingut Emmerich verwendet zwar auch Schrauber für den Großteil des Sortiments, aber bei den hochwertigen Rotweinen eben (noch) nicht. Allerdings möchte ich an dieser Stelle auch gar keine Grundsatzdiskussion über Vor- und Nachteile von Verschlussarten vom Zaun brechen. Ich wollte lediglich diesen bemerkenswerten Umstand, welcher für sich spricht, mitteilen.

2012-hohenbuehl-merlot-trockenDoch was viel wichtiger als jedwede Verschlussart ist: wie präsentiert sich unser fränkischer Merlot im Glas? Die Trauben stammen aus der Lage „Seinsheimer Hohenbühl“ und sind im sehr guten Jahrgang 2012 gewachsen. Nach einer klassischen Maischegärung wurde der Wein im Holzfass gereift. Die glänzend granatrote Farbe macht unmittelbar Lust den Wein zu erkunden. Auch wenn wenig Verwechslungsgefahr mit einem klassischen Pomerol besteht, so ist die Nase durchaus charakteristisch. Neben einer sehr feinen, dunkelbeerigen Frucht mit dezenter Vanillenote, verschafft sich vor allem eine unglaublich tolle Würzaromatik in Kombination mit einer leichten Ledernote Aufmerksamkeit. Auch eine gewisse „Schokoladigkeit“, wie ich sie als sehr sortentypisch empfinde, schwingt mit.

Am Gaumen entwickelt der Wein dann einen fast schon beängstigenden Trinkfluss. Balance ist hier das Zauberwort. Die Tannine sind ultrafein, die Säure sorgt für Frische und die Frucht ist reif aber nicht überreif. Der Wein gleitet über die Zunge, betört mit seiner reintönigen Frucht und besitzt im Abgang genau das richtige Maß an Bitterstoffen, um nicht als weichgespült zu gelten. Das ist genau die Art von Rotwein, wo die Flasche viel zu schnell leer ist und man nochmals in den Keller stapfen muss um Nachschub zu holen. Außer man war vorausschauend und hat genügend bei Frankenweinliebhaber bestellt!

2014 „Alte Steige“ Cuvée trocken

Weingut Staudt, Sulzfeld

Mit der Rotwein-Cuvée „Alte Steige“ hat Familie Staudt aus Sulzfeld zwei Rebsorten miteinander vermählt, welche sonst wohl eher selten eine Marriage eingehen dürften.
Wir alle kennen Kombinationen, die niemand ernsthaft hinterfragt, die quasi Gemeingut sind: Trollinger mit Lemberger in Württemberg, Cabernet Sauvignon/Merlot überall auf der Welt, GSM (Grenache, Syrah, Mouvedre) in Australien und so einige mehr.

2013-altesteige-cuveeAber eine Liaison zwischen dem „Edelmann“ Spätburgunder und der „Bauernmagd“ Dornfelder, kann das gutgehen? Die Antwort lautet eindeutig: Ja! Sehr gut sogar, denn der Spätburgunder mildert mit seiner Feinheit und Eleganz ein Stück weit die eher rustikale Art des Dornfelders.

Ich kenne zwar nicht die genauen Mengenverhältnisse der Cuvée, aber ich tippe in Anbetracht der satten, purpurroten Farbe des Weines auf einen relativ hohen Dornfelder-Anteil. In der Nase stehen dunkelbeerige und kirschige Fruchnoten im Vordergrund. Aber auch etwas Rote Beete mit ihrem typisch erdig-süßlichen Duft macht sich breit. Für mich ist das gar nicht so weit entfernt von so manchem Domina-Rotwein aus Franken. Dies nur als kleiner Hinweis, in welche Richtung die Reise aromatisch bzw. stilistisch geht.

Am Gaumen besitzt der Wein bei aller Geschmeidigkeit durchaus Kraft und Fülle. Die Gerbstoffe sind feinpoliert und treten nicht dominant in Erscheinung. Was die Cuvée „Alte Steige“ geschmacklich besonders prägt, ist eine herrlich frische Säure, welche vermutlich der Spätburgunder-Anteil beisteuert. Alles in allem handelt es sich um einen mittelkräftigen, wunderbar trinkigen Rotwein, der zwar nicht von größtmöglicher Komplexität geprägt ist, aber dafür durch seine geradlinige, saftige Art für sich einzunehmen weiß. Ein herrlicher „Sauf“-Rotwein, falls Sie mir diese Ausdrucksweise gestatten. Es lohnt sich durchaus, diese „Alte Steige“ zu erklimmen!

2013 Blauburger trocken

Weingut Lother, Wipfeld

Was uns Familie Lother hier kredenzt, fällt, zumindest was die Verbreitung der Rebsorte anbelangt, in die Kategorie „rarest of the rare“.
Der Blauburger stammt aus Österreich, wo er auch hauptsächlich angebaut wird, und gehört zu den älteren „Neuzüchtungen“. Er wurde bereits 1923 von Prof. Dr. Fritz Zweigelt an der Bundeslehr- und Versuchsanstalt Klosterneuburg aus Portugieser und Blaufränkisch gekreuzt. Wird er in seinem Heimatland immerhin auf ca. 1000 Hektar kultiviert, so sind es in Deutschland gerade einmal 3 Hektar, wovon volle zwei Hektar in Franken stehen.
2013-blauburg-trockenDie Sorte ist für mittlere Lagen geeignet und stellt geringe Ansprüche an den Boden.
Sie liefert in guten Jahren kräftige, dunkel gefärbte Rotweine mit an Beerenfrüchte erinnerndem Bukett. Unser Exemplar dieser äußerst seltenen Sorte stammt aus dem eher kühlen, nicht von Hochreife geprägten Jahr 2013. Von daher mag die nicht ganz so tiefe, kirschrote Farbe des Weines auch nicht überraschen. In der Nase fächert sich ein tolles beerig-fruchtiges Bukett auf mit Anklängen von Brombeere und Schattenmorelle. Die Komplexität wird aber noch gesteigert durch feine Gewürzassoziationen (Wacholder, Piment) und einen Hauch laktischer Noten.

Am Gaumen präsentiert er sich von mittlerer Statur. Die Tannine sind sehr sanftmütig und meinen es gut mit uns Weingenießern. Geschmacklich kommt die Säure wunderbar zum Tragen und verleiht Frische und Präzision im Trunk. Da ist nicht Breites oder gar Behäbiges, vielmehr wirkt der Blauburger von Familie Lother schlank und trinkig. Aber Sie kennen ja bereits meine Einstellung zu diesem Thema, falls Sie schon die eine oder andere Beschreibung von mir gelesen haben. Diese Art von frischen, leicht gekühlt zu servierenden Rotweinen eignet sich ganz ausgezeichnet als Speisenbegleiter, da sie nicht so schnell sättigen, sondern Lust auf den nächsten Bissen und dann wieder den nächsten Schluck machen und so fort.

Sehr gut kann ich mir bei diesem Wein die Kombination mit einem Freilandhuhn, nach mallorquinischer Art zubereitet, vorstellen.

2013 Portugieser trocken „BF“- Erlenbacher Hochberg

Weingut A. Waigand, Erlenbach

Heute haben wir es mit einem wahren Kleinod zu tun. Mit gerade einmal 1,8 Hektar Betriebsgröße reiht sich das Weingut Weigand sicherlich unter den kleinsten Vollerwerbswinzern des gesamten Anbaugebietes ein. Allerdings liegt die gesamte bewirtschaftete Rebfläche in Form von Querterrassen in der steilen, optisch von den so typischen, roten Buntsandsteinmauern dominierten Lage „Erlenbacher Hochberg“. Die Weine sind geschmacklich genauso wie die Kreszenzen aus der direkt angrenzenden, berühmten Lage „Klingenberger Schlossberg“ von den roten Buntsandsteinböden geprägt. Es muss wohl nicht weiter erwähnt werden, dass die Bewirtschaftung solch einmaliger Weinbergslagen und damit verbunden der Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft höchsten Idealismus erfordert.

2013-portugieser-bf-trockenFamilie Waigand schenkt, was mich sehr freut, einer weithin unterschätzten, klassischen Rebsorte verstärkt Ihre Aufmerksamkeit: dem Portugieser.
Ein großes Plus liegt in der Tatsache begründet, dass man über sehr alten Rebbestand verfügt, wurde doch ein Teil der Portugieserstöcke bereits 1964 gepflanzt. Beste Voraussetzungen also für einen qualitativ hochstehenden Wein.

Meine durchaus hohen Erwartungen beim Verkosten wurden auch mehr als erfüllt. Eines möchte ich an dieser Stelle dennoch vorausschicken: Ein Wunder an Konzentration sollten Sie nicht erwarten. Bei aller Klasse und Qualität handelt es sich dennoch um einen Rotwein mittleren Körpers. Schon das durchscheinende, eher helle Granatrot deutet auf nicht allzu hohe Konzentration hin.

Aber was für eine Feinheit der Aromen im Gegenzug! Das ist burgunderhafte Eleganz par excellence. Feinste rot- und dunkelbeerige Fruchtnoten (Sauerkirsche, Schlehe) umgarnen die Nase beim Riechen. Der behutsame und sehr gekonnte teilweise Ausbau im Barriquefass verleiht dem 2013er Portugieser „BF“ von Familie Waigand zusätzliche Komplexität. Zarte Gewürzanklänge (Pfeffer, Lorbeer) ergänzen die fruchtigen Noten. Etwas Räucherspeck und ein Hauch Sattelleder gesellen sich mit Belüftung und steigender Temperatur im Glas hinzu.

Am Gaumen wirkt der Wein zart und filigran. Die Gerbstoffe sind feinpoliert und bilden zusammen mit der Frische und Trinkfluss verleihenden Säure ein stützendes Korsett. Es bleibt aber noch genügend Platz auf der Bühne, so dass die fruchtigen Sauerkirschnoten aus der Nase geschmacklich zum Tragen kommen können. Besonders bemerkenswert finde ich die geniale, sehr subtile Röstaromatik des Weines, welche sich nicht aufdrängt, sondern erst im Nachhall in Erscheinung tritt. Finesse ist hier eindeutig Trumpf. Und das ist auch gut so. Bravo.

2011 Regent trocken – im Barrique gereift

Privat-Weingut Schmitt, Bergtheim

Mit mehr als 10 % Anteil an der fränkischen Rotweinfläche gehört der Regent durchaus zu den wichtigen Rebsorten in Franken. Seine „steile Karriere“ begann mit der offiziellen Anbauzulassung im Jahr 1996. Es handelt sich nämlich um eine vergleichsweise junge Rebsorte, welche erst 1967 von Professor Alleweldt am Institut für Rebenzüchtung auf dem Geilweilerhof (Siebeldingen / Südpfalz) aus (Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin gekreuzt wurde.

2011-regent-exclusivDie Sorte ist durchaus zu hohen Weinqualitäten fähig und ergibt in guten Jahren tiefdunkle, kräftige Rotweine mit ausgeprägtem Beerenduft, welche sich dann auch für den Ausbau in Barriquefässern eignen.

Genau diese Voraussetzungen waren bei unserem Wein erfüllt, handelte es sich doch beim 2011er Jahrgang um einen der besten der vergangenen zehn Jahre. Da der Grundwein die entsprechende Qualität mitbrachte und genug Körper hatte, entschied sich Familie Schmitt, den 2011er Regent für 18 Monate in Barriquefässer zu legen. Deshalb stammt seine Amtliche Prüfnummer auch aus dem Jahr 2014.

Im Glas präsentiert er sich als „strammer Bursche“ von kräftiger, dunkel-granatroter Farbe. Die Nase ist keineswegs von Holzaromen dominiert, wie man es bei solch langer Verweildauer im Barriquefass erwarten könnte. Da ist ganz viel likörartige Frucht (Kirsche) nebst Noten von Johannisbeergelee wahrnehmbar. Gleichberechtigt neben der Frucht stehen die „holzigen“ Noten, welche sich durch einen würzigen Zigarrenbox-Duft und feine Vanilletöne bemerkbar machen. Eine zusätzliche Komponente steuert ein dezenter Anklang von Sattelleder bei. Das Nasenbild ist durchaus als komplex zu bezeichnen und verändert sich mit Luftzufuhr.

Am Gaumen hält unser Regent mit aristokratischer Strenge Hofstaat. Ein „männlicher“ Tropfen, der mit Charakter beeindruckt und nicht jedem gefallen will. Die Tannine sind zwar gut in das Gesamtgefüge integriert, aber durchaus präsent und griffig. Auch am Gaumen kehrt die bereits beschriebene kirschig-likörige Frucht wieder und erinnert an gute grenache-dominierte Weine von der südlichen Rhône. Ganz hervorragend gefällt mir die äußerst gut eingebundene, aparte Bitternote im Nachhall. Sie sorgt für Länge und Herbe im Nachhall. Das ist sehr appetitanregend und schreit förmlich nach einer Lammkeule mit provenzalischen Gewürzen. Auch und gerade Skeptiker des fränkischen Rotweins sollten diesem Tropfen durchaus einmal eine Chance geben. Noch vor 25 oder 30 Jahren hätte niemand eine solche Qualität in unseren Breitengraden für möglich gehalten.

Für 8,40 € bei frankenweinliebhaber.de und ab 12 Flaschen versandkostenfrei!

2014 Blanc de Noir trocken (Pinot Noir)

Weingut Ludwig Schmitt, Gerbrunn

Erst vor kurzem schrieben wir vom Prestige des Champagners und der wenig bekannten Tatsache, dass der „Schwarzriesling“ ein gewichtiger Bestandteil seiner jahrgangslosen Cuvée-Varianten ist. Heute haben wir es mit dem anderen roten „Cuvée-Partner“ zu tun, dem Pinot Noir oder hier bei uns in Deutschland besser als Spätburgunder bekannt.

Falls Ihnen jetzt gedanklich der Einwand in den Sinn kommt, dass Champagner aber doch hell wie Weißwein ist, dann sind Sie beim Lesen dieser Zeilen der Lösung des Rätsels schon ganz nahe. Für 2013-blancdenoir-kabinett-trockenseinen „Blanc de Noir“ hat Winzer Ludwig Schmitt die reifen und gesunden Spätburgundertrauben „unverletzt“ auf die Kelter gebracht und sofort abgepresst, bevor die Farbpigmente aus der Beerenhaut in den Saft übergehen konnten. Voilà, das ist schon das ganze Geheimnis. Deshalb auch die Bezeichnung „Blanc de Noir“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Weiß von Schwarz“, also ein Weißwein aus schwarzen bzw. roten Trauben.

Vor dem Öffnen einer Flasche „Blanc de Noir“ sind wir stets gespannt, mit welcher Farbschattierung der Wein ins Glas kommt, erinnern manche Vertreter dieser Gattung doch eher an einen Weißherbst. Beim Einschenken des ersten Probeschluckes entpuppt sich der 2014er vom Weingut Schmitt gleich als würdiger Vertreter seiner Gattung. Er funkelt wunderbar strohgelb im Glas. Das Nasenbild ist sehr dezent, keine vordergründige Frucht drängt sich auf. Am ehesten nehmen wir noch etwas gelbe Pflaume wahr. Lyrisch formuliert, erinnert der Duft an einen sommerlichen Kräutergarten nach einem erfrischenden Regenschauer. Hier wird eher die feine Klinge bevorzugt. Freunde intensiver Reize werden Ihr Geschmacks-Glück wahrscheinlich woanders suchen müssen.

Auch am Gaumen überzeugt der „Weißgekelterte“ von Ludwig Schmitt durch Eleganz und Feinheit. Dafür zeichnet in erster Linie die saftige und lebendige Säure verantwortlich, welche für viel Spiel am Gaumen sorgt, ohne aggressiv zu sein. Geschmacklich kommt vornehmlich eine zarte Würze in Verbindung mit mineralischen Noten zum Tragen. Auch am Gaumen zeigt sich wenig Frucht. Aber das ist kann in gewisser Hinsicht auch von Vorteil sein.
Das große Plus solcher Weine ist in unseren Augen ihre hervorragende Eignung als vielseitiger und anpassungsfähiger Speisenbegleiter. Egal ob zu Sushi, zum „Wiener Schnitzel“ oder zu Fischgerichten in sämtlichen Varianten: Ein guter „Blanc de Noir“ geht immer!

Der Wein kann bei Frankenweinliebhaber für 8,00 Euro (zzgl. Versand – ab 12 Flaschen versandkostenfrei) bestellt werden.